Monatsarchiv für August 2010

Aug 27 2010

Flugsicherheit: Chinas schwarze Woche

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(NI) Es scheint verhext zu sein im Moment auf dem Flughafen in Peking. Am vergangenen Dienstag war es auf dem chinesischen Flughafen zu einer Bruchlandung einer brasilianischen Embraer ERJ-190 gekommen. Dabei waren insgesamt 42 Menschen ums Leben gekommen. Nur einen Tag später kam er erneut zu einem Unfall.

china flugsicherheitEine Maschine gleichen Typs rutsche über die Landebahn hinaus. Bekannt wurde der Unfall erst heute, verletzt wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua diesmal niemand.

Warten auf Klärung
Nachdem bei dem ersten Unfall die brasilianische Maschine auseinandergebrochen war, warten jetzt Experten auf die Auswertung der Black Box, die inzwischen gefunden wurde. Der Flugdatenschreiber und der Stimmrekorder könnten Aufschlüsse über die genaue Ursache des Absturzes geben. De Hersteller des Flugzeugs, Embraer, ahnt wohl, dass die Luft in den nächsten Wochen dünner werden könnte und schickte zusätzlich Techniker ins Land, um den chinesischen Behörden bei der Suche nach der Ursache zu helfen. Ob diese Maßnahme dem Flugzeughersteller hilft, hängt sicherlich von den Ergebnissen ab. Sicher scheint jedoch, dass auf Embraer stürmische Zeiten zukommen. Daran werden auch die nach China geschickten Experten und Techniker nichts ändern.

Zweifel an der chinesischen Flugsicherheit
Schon nach dem ersten Absturz begann eine Diskussion über die Flugsicherheit in China. Doch die internationalen Fluggesellschaften kritisieren schon seit über einem Jahr, dass es um de Sicherheit auf Chinas Flughäfen schlecht bestellt sei. Immer wieder war es in China zu Unfällen gekommen, die teils größer, teils kleiner waren. Aber immer spielte der Faktor Sicherheit eine entscheidende Rolle. Schon im August hatte sich die Fluglinie China Southern gegen nächtliche Starts und Landungen auf dem Flughafen Yichun entschieden. Als Grund für diese Vorsichtsmaßnahme wurde die Lage des Flughafens angegeben. Der Flughafen, der in einem bewaldeten Tal liegt, weise eine nicht optimale Runway-Beleuchtung auf, zudem seien die Wind- und Wetterbedingungen nicht ungefährlich.

Auch Brasilien muss sich der Kritik stellen
Zwei Unfälle, zwei Tage hintereinander auf demselben Flughafen. Dass Peking dabei in die Kritik gerät, ist nur folgerichtig. Doch naheliegenderweise stellt sich auch die Frage nach dem Flugzeug, schließlich handelte es sich in beiden Fällen um das gleiche Modell. Und die Erkenntnisse sind auch hier besorgniserregend. Schon im Juni hatten Flugzeugkontrolleure über Probleme bei Flugzeugen der brasilianischen Fluglinie Embraer berichtet. Die Rede war von Rissen in den Triebwerksturbinen. Hinzu kamen fehlerhafte Informationen, die sich in den Kontrollsystemen der Maschinen zeigten. Damals hieß es, alle Probleme seien mit dem Triebwerkshersteller General Electric behoben worden. Außerdem sei alles durch Gespräche mit der Flugsicherungsbehörde erörtert worden. Nach den beiden Unfällen auf dem Flughafen in Peking werden sicherlich jetzt einige neue Aspekte erörtert werden müssen.

Chinas offener Luftraum
Derzeit prasselt es von allen Seiten auf China ein. Nachdem ein Flugzeug einen Geisterflug 200 Kilometer ins Landesinnere machen konnte, ohne aufgehalten zu werden, fragte sich die Öffentlichkeit, was wohl wäre, wenn das ein Terrorangriff hätten werden sollen. Die beiden Unfälle in Peking, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen passierten, dürften kaum zu einer Beruhigung der Situation beitragen.

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Aug 20 2010

China: Flugzeugabsturz erinnert an Matthias Rust

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(BE) Es war das Jahr 1987, als ein junger Mann für weltweite Schlagzeilen sorgte. Der Deutsche Matthias Rust war damals mit seiner Sportmaschine unbehelligt bis nach Moskau geflogen und auf dem Roten Platz gelandet.

Von überall her kamen die kritischen Rufe nach der Sicherheit des Luftraumes. Wenn ein junger Sportflieger das könne, wie sähe es dann mit Militär- oder Terroranschlägen aus? Heute, im Jahr 2010, muss die Frage erneut gestellt werden. Wahrscheinlich aus Nordkorea kam der Flieger, der 200 Kilometer ins chinesische Binnenland geflogen war, ohne dass die chinesische Luftwaffe in irgendeiner Form darauf reagiert hätte. Die Debatten, wie das passieren konnte, überschlagen sich. Internetnutzer haben sogar Fotos online gestellt, aus denen hervorgeht, dass es sich um eine Maschine der nordkoreanischen Volksarmee gehandelt habe. Die chinesische Regierung äußerte sich zunächst zurückhaltend und merkte an, die Untersuchungen hätten erst begonnen. Zu einer Verhaftung des Piloten, so wie damals bei Matthias Rust, wird es in jedem Fall nicht kommen. Der Flieger stürzte nach seinem Geisterflug durch China in der nordostchinesischen Provinz Liaoning ab.

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Aug 19 2010

Saudi-Arabien: Das mysteriöse Flugzeugunglück von Riad

(NI) Es hieß, dass eine Reifenpanne verantwortlich gewesen sei, als am 27. Juli eine mit 80 Tonnen Fracht beladene Maschine der Lufthansa Cargo verunglückte. Die Maschine des Typs MD11 war bei der Landung in Riad in zwei Teile zerbrochen.

Durch ein ausbrechendes Feuer schmolz der obere Teil des Rumpfes, die verletzten Piloten konnten sich jedoch über die Notrutsche retten. Wie SPIEGEL-Online berichtet, kann man die Reifenpanne, die ursächlich für das Unglück gewesen sein soll, inzwischen bezweifeln. Beamte der Flugunfalluntersuchung (BFU) entdeckten Hinweise darauf, dass das Flugzeug Gefahrengut geladen hatte. Des weiteren wird nicht ausgeschlossen, dass das amerikanische Militär heimlich gefährliches Material mit der MD11 hatte transportieren lassen. Lufthansa Cargo äußerte sich sparsam zu den Vermutungen. Auf die Frage nach dem Transportgut angesprochen, hießt es lediglich, in der Maschine habe sich „das Übliche“ befunden. Ob es je zu einer Klärung kommt, ist unklar, denn die Überreste der Maschine werden im Wüstensand von Riad verschrottet.

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Aug 18 2010

Flugzeugentwicklung: Fliegen mit freiem Blick

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(TI) Der Blick aus den kleinen Fenstern einer modernen Passagiermaschine bietet nur eingeschränkten Genuss. Man sieht nur sehr kleine Ausschnitte der Welt da draußen. Und sitzt man nicht direkt am Fenster, ist der Ausblick noch trauriger.

Das soll in Zukunft anders werden, wie die Süddeutsche berichtet. Kreative Airbus-Ingenieure und kluge Hamburger Wissenschaftlicher sollen durch einen Wettbewerb zeigen, wie das Fliegen der Zukunft aussieht – und wie viel man sieht. Im Jahr 2050 soll es die Möglichkeit geben, Teile eines Flugzeuges transparent zu machen und soso neue Ausblicke zu ermöglichen. Eine direkter Blick aus 10.000 Metern auf die Alpen unter den Passagieren oder das Betrachten der Milchstraße bei Nacht über den Köpfen der Reisenden soll die Faszination am Fliegen deutlich erhöhen. Der Ingenieur Axel Krein von Airbus arbeitet mit Hunderten von Mitarbeitern daran, in Zukunft das Fliegen zu einem völlig neuen Erlebnis werden zu lassen.

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Aug 17 2010

Kolumbien: Blitzeinschlag zerstört Flugzeug

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(SE) Man könnte meinen, es sei mit einem riesigen Messer durchtrennt worden. In Kolumbien ist ein Passagierflugzeug bei der Landung von einem Blitz getroffen worden. Das berichtet tagesschau.de.

flugzeug-kolumbienWas Naturgewalten anrichten können, wird deutlich, wenn man die Folgen betrachtet. Regelrecht zerfetzt lag die Passagiermaschine der Fluggesellschaft Aires auf der Landebahn der Insel San Andrés, die sie angeflogen hatte. In Anbetracht dessen, was der Blitz angerichtet hat, ist es fast schon ein Wunder, dass es bei den 127 Passagieren lediglich ein Todesopfer zu beklagen gibt. Eine Frau erlitt nach dem Unfall einen Herzinfarkt und starb daran. Wie die Behörden mitteilten, wurden insgesamt 120 Menschen verletzt, sechs Passagiere schafften es, das Flugzeug unverletzt zu verlassen. Kolumbiens Verkehrsminister Germán Cardona schloss technisches Versagen ausdrücklich aus. Das Flugzeug sei erst vor einer Woche überprüft worden und völlig in Ordnung gewesen. Schuld an dem Unfall seien nur die Witterungsbedingungen gewesen, so Cardona.

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Aug 16 2010

Flugzeugentwicklung: Haifische am Himmel

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(BE) Es sind winzige verknöcherte Schuppen, die den Hai so unfassbar schwimmen lassen. Und es ist die Tatsache, dass sein Körper wie ein riesiger Zahn aufgebaut ist, der den Hai trotz des Wasserwiderstandes auf ein eindrucksvolles Schwimm-Tempo bringt.

Hai_Flugzeug_KomboFlugzeugingenieure wollen sich nun genau dieses Prinzip für den Bau von Flugzeugen zunutze machen, so die berichtet die WELT. Die Oberflächenstruktur des Hais beschäftigt die Forschung schon seit Jahren. Wenn man sich bei der Beschaffenheit von Flugzeugen den Eigenschaften der Haifische anpassen könnte, wäre das nicht nur für den Strömungswiderstand optimal. Es könnten Treibstoff, Abgase und Kosten gespart werden. Forscher vom Fraunhofer Institut haben nun einen besonderen Lack entwickelt, der dem Flugzeug neue und bessere Eigenschaften bringen soll. Neben dem verbesserten Strömungswiderstand bietet der Lack den Vorteil, dass er extrem widerstandsfähig ist und über Jahre nicht ausgetauscht werden muss. Die Forscher wurden für ihre Arbeit mit dem Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2010 ausgezeichnet.

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