China: Flugzeugabsturz erinnert an Matthias Rust

(BE) Es war das Jahr 1987, als ein junger Mann für weltweite Schlagzeilen sorgte. Der Deutsche Matthias Rust war damals mit seiner Sportmaschine unbehelligt bis nach Moskau geflogen und auf dem Roten Platz gelandet.

Von überall her kamen die kritischen Rufe nach der Sicherheit des Luftraumes. Wenn ein junger Sportflieger das könne, wie sähe es dann mit Militär- oder Terroranschlägen aus? Heute, im Jahr 2010, muss die Frage erneut gestellt werden. Wahrscheinlich aus Nordkorea kam der Flieger, der 200 Kilometer ins chinesische Binnenland geflogen war, ohne dass die chinesische Luftwaffe in irgendeiner Form darauf reagiert hätte. Die Debatten, wie das passieren konnte, überschlagen sich. Internetnutzer haben sogar Fotos online gestellt, aus denen hervorgeht, dass es sich um eine Maschine der nordkoreanischen Volksarmee gehandelt habe. Die chinesische Regierung äußerte sich zunächst zurückhaltend und merkte an, die Untersuchungen hätten erst begonnen. Zu einer Verhaftung des Piloten, so wie damals bei Matthias Rust, wird es in jedem Fall nicht kommen. Der Flieger stürzte nach seinem Geisterflug durch China in der nordostchinesischen Provinz Liaoning ab.