Flugsicherheit: Chinas schwarze Woche

(NI) Es scheint verhext zu sein im Moment auf dem Flughafen in Peking. Am vergangenen Dienstag war es auf dem chinesischen Flughafen zu einer Bruchlandung einer brasilianischen Embraer ERJ-190 gekommen. Dabei waren insgesamt 42 Menschen ums Leben gekommen. Nur einen Tag später kam er erneut zu einem Unfall.

china flugsicherheitEine Maschine gleichen Typs rutsche über die Landebahn hinaus. Bekannt wurde der Unfall erst heute, verletzt wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua diesmal niemand.

Warten auf Klärung
Nachdem bei dem ersten Unfall die brasilianische Maschine auseinandergebrochen war, warten jetzt Experten auf die Auswertung der Black Box, die inzwischen gefunden wurde. Der Flugdatenschreiber und der Stimmrekorder könnten Aufschlüsse über die genaue Ursache des Absturzes geben. De Hersteller des Flugzeugs, Embraer, ahnt wohl, dass die Luft in den nächsten Wochen dünner werden könnte und schickte zusätzlich Techniker ins Land, um den chinesischen Behörden bei der Suche nach der Ursache zu helfen. Ob diese Maßnahme dem Flugzeughersteller hilft, hängt sicherlich von den Ergebnissen ab. Sicher scheint jedoch, dass auf Embraer stürmische Zeiten zukommen. Daran werden auch die nach China geschickten Experten und Techniker nichts ändern.

Zweifel an der chinesischen Flugsicherheit
Schon nach dem ersten Absturz begann eine Diskussion über die Flugsicherheit in China. Doch die internationalen Fluggesellschaften kritisieren schon seit über einem Jahr, dass es um de Sicherheit auf Chinas Flughäfen schlecht bestellt sei. Immer wieder war es in China zu Unfällen gekommen, die teils größer, teils kleiner waren. Aber immer spielte der Faktor Sicherheit eine entscheidende Rolle. Schon im August hatte sich die Fluglinie China Southern gegen nächtliche Starts und Landungen auf dem Flughafen Yichun entschieden. Als Grund für diese Vorsichtsmaßnahme wurde die Lage des Flughafens angegeben. Der Flughafen, der in einem bewaldeten Tal liegt, weise eine nicht optimale Runway-Beleuchtung auf, zudem seien die Wind- und Wetterbedingungen nicht ungefährlich.

Auch Brasilien muss sich der Kritik stellen
Zwei Unfälle, zwei Tage hintereinander auf demselben Flughafen. Dass Peking dabei in die Kritik gerät, ist nur folgerichtig. Doch naheliegenderweise stellt sich auch die Frage nach dem Flugzeug, schließlich handelte es sich in beiden Fällen um das gleiche Modell. Und die Erkenntnisse sind auch hier besorgniserregend. Schon im Juni hatten Flugzeugkontrolleure über Probleme bei Flugzeugen der brasilianischen Fluglinie Embraer berichtet. Die Rede war von Rissen in den Triebwerksturbinen. Hinzu kamen fehlerhafte Informationen, die sich in den Kontrollsystemen der Maschinen zeigten. Damals hieß es, alle Probleme seien mit dem Triebwerkshersteller General Electric behoben worden. Außerdem sei alles durch Gespräche mit der Flugsicherungsbehörde erörtert worden. Nach den beiden Unfällen auf dem Flughafen in Peking werden sicherlich jetzt einige neue Aspekte erörtert werden müssen.

Chinas offener Luftraum
Derzeit prasselt es von allen Seiten auf China ein. Nachdem ein Flugzeug einen Geisterflug 200 Kilometer ins Landesinnere machen konnte, ohne aufgehalten zu werden, fragte sich die Öffentlichkeit, was wohl wäre, wenn das ein Terrorangriff hätten werden sollen. Die beiden Unfälle in Peking, die an zwei aufeinanderfolgenden Tagen passierten, dürften kaum zu einer Beruhigung der Situation beitragen.