Flugzeuge: Rettendes Bierglas und Bombenalarm

Dass ausgerechnet ein Glas Bier das Leben von Michael S. retten würde, hätte er auch nicht für möglich gehalten, als er sich auf den Weg zur Flugschau in Schnaittach-Lillinghof in Bayern machte. Am vergangenen Sonntag musste der junge Mann miterleben, wie ein historisches Doppeldecker-Flugzeug des Typs Tiger Moth von der Startbahn abkam. Die Maschine raste in das Publikum und verletzte fünf Menschen schwer, 33 wurden leicht verletzt. Und es gab einen Todesfall. Hildegard S. konnte nicht rechtzeitig reagieren, als der Propeller der historischen Maschine auf sie zukam. Durch den Propeller getroffen, sackte sie zusammen und war nur einige Momente später tot. Michael S. hatte direkt neben ihr gestanden, sich aber kurze Zeit vorher entschieden, sein leeres Bierglas zurück zur Theke zu bringen. Und genau das hat ihm wahrscheinlich das Leben gerettet.
Warum die Maschine nicht wie geplant abgehoben ist, sondern in die Menge raste, gibt den Experten Rätsel auf. Technische Mängel konnten nach der eingehenden Untersuchung der Tiger Moth nicht festgestellt werden. Die Rede ist von einem plötzlichen Windstoß, bestätigt ist das aber bislang noch nicht.
Die Befragung des Piloten verlief bisher erfolglos, weil er unter Schock stand und noch nicht vernehmungsfähig war.

Bombenalarm in Los Angeles

Pünktlich zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 mussten die Behörden in Los Angeles sich mit einer Bombendrohung beschäftigen. Eine thailändische Passiermaschine der Fluggesellschaft Thai Airlines war auf dem Flug von Bangkok nach Los Angeles in eine brisante Situation geraten. Auf einer Bordtoilette war die Drohung entdeckt worden, es sei eine Bombe an Bord. Am Flughafen in Los Angeles wurde das Flugzeug sofort an einen abgelegenen Teil des Flughafens gebracht und gründlichst untersucht. Doch es wurden keine Sprengkörper im Flugzeug gefunden. Um den 11. September herum sind die Sicherheitskräfte der USA besonders sensibel und reagieren auf jede mögliche Bedrohung. In diesem Fall erwies sich die Drohung glücklicherweise als unwahr.

USA: Volksheld vor Gericht

Aus der Laune eines frustrierten Arbeitnehmers heraus ist in den Vereinigten Staaten ein neuer Volksheld geboren worden. Der Flugbegleiter Steve Slater hatte nach einem Streit mit einer Passagierin, die sich nicht anschnallen wollte, das Flugzeug kurz nach der Landung auf dem Flughafen in New York über die Notrutsche verlassen. Dass er sich vorher noch eine Dose Bier mitnahm, machte ihn zur Kultfigur. Fans von Slater haben den Ausspruch „Schnapp Dir ein Bier und mach den Slater“ zu einer populären Umgangsform etabliert.
Doch jetzt steht Slater vor Gericht. Und das hält für ihn ein mögliches Strafmaß von sieben Jahren bereit. Die Anklagepunkte lauten „Grober Unfug“, „Rücksichtsloses Verhalten“ und „Kriminelle Gefährdung“. Und auch die Billigfluglinie JetBlue kann weder den Kultstatus Slaters erkennen noch über seine Aktion lachen.
Slater selbst hat inzwischen einen eigenen Medienmanager, der sich um Interviewanfragen und Talkshow-Einladungen kümmert. Die Fluglinie hat der ehemalige Flugbegleiter für die erste Klasse inzwischen verlassen. Und seine Strategie vor Gericht ist ebenfalls klar. Slater bat um eine psychologische Begutachtung.
Aufgrund seiner Popularität ist nicht zu erwarten, dass die Höchststrafe für Slater verhängt wird. Er wird aber in nächsten Zeit sicherlich hohe Einnahmen durch seine Medienpräsenz erzielen. Die braucht er wohl auch, denn die Fluggesellschaft denkt darüber nach, den finanziellen Schaden, der entstanden ist, Steven Slater in Rechnung zu stellen.